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Widerstand (Bauelement)
Ein Widerstand ist ein zweipoliges passives elektrisches Bauelement zur Realisierung eines ohmschen Widerstandes in elektrischen und elektronischen Schaltungen.
[Bearbeiten] Hauptanwendungen
[Bearbeiten] AllgemeinesEin elektrisches Bauteil, mit dessen Hilfe sich ein beliebiger Widerstandswert zwischen zwei Grenzwerten einstellen lĂ€sst, heiĂt Potentiometer, im Fachjargon auch Poti genannt. Es besitzt drei AnschlĂŒsse, die des einfachen Bauteils Widerstand und einen dritten Schleifer-Anschluss fĂŒr das Abgreifen des eingestellten Widerstandswertes. Ein linearer Widerstand, dies sind alle WiderstĂ€nde deren Widerstandswert von keinen weiteren Parameter abhĂ€ngt, stellt einen elektrischen Strom proportional zur angelegten elektrischen Spannung und umgekehrt ein. Er dient so als Strom-Spannungs-Wandler oder als Spannungs-Strom-Wandler und kann nicht den Strom wie eine elektrische Sicherung lediglich begrenzen. [Bearbeiten] KenngröĂenNeben dem Widerstandswert sind fĂŒr einen Widerstand folgende weitere Werte kennzeichnend:
[Bearbeiten] EinteilungElektrische WiderstÀnde als Bauelement lassen sich nach verschiedenen Kriterien gruppieren, zum Beispiel:
Eine weitere Einteilung ist die nach der Verwendung (von oben nach unten sinkende Anforderungen an die Genauigkeit und StabilitÀt):
[Bearbeiten] Bauformen und Materialien
Leistungswiderstand mit Sicherungslötung (unten rechts)
PrÀzisionsmesswiderstand mit Vierpunktkontaktierung
Die bekannteste Widerstands-Bauform ist der zylindrische keramische TrĂ€ger mit axialen AnschlussdrĂ€hten. Diese AnschlussdrĂ€hte werden z.B. durch Löcher in Platinen gefĂŒhrt und mit den dort angeordneten Leiterbahnverbindungen verlötet. Ein keramischer TrĂ€ger ist mit dem Widerstandsmaterial beschichtet, das entweder durch seine Zusammensetzung, Schichtdicke oder durch Einkerbungen (Wendelung) seinen gewĂŒnschten Widerstandswert erhĂ€lt. Die maximale Verlustleistung liegt zwischen 0,1 W und 5 W. Die axiale Bauform mit quadratischem Querschnitt (siehe Foto, erster von oben) wird meist fĂŒr DrahtwiderstĂ€nde gewĂ€hlt und ist mit Quarzsand gefĂŒllt. Diese WiderstĂ€nde sind fĂŒr höhere Verlustleistungen ausgelegt. Eine spezielle Bauform ist die MĂ€anderform. Zu finden ist diese Form bei Leistungs- und Hochleistungs-WiderstĂ€nden. Der Vorteil dieses Aufbaus ist, dass man auf kleiner FlĂ€che eine groĂe LeiterlĂ€nge unterbringen kann. Auch die Fertigung auf Biege- oder FrĂ€smaschinen ist relativ einfach. Gut zu sehen ist die MĂ€anderform z. B. bei HeizlĂŒftern und Manganin-KeramikwiderstĂ€nden (siehe Links). Wie von allen Bauelementen der Elektrotechnik werden auch SMD-Versionen von WiderstĂ€nden hergestellt. Diese Chip-Bauformen sind kleine Quader mit beispielsweise 1·2·0,5 mm KantenlĂ€nge, die an den beiden kleinsten FlĂ€chen MetallplĂ€ttchen als Kontakte haben. Diese werden durch Löten direkt mit einer Platine verbunden (OberflĂ€chenmontage). Die verschiedenen Materialien der Widerstandsschichten werden nach der gewĂŒnschten Genauigkeit (Toleranz) und der TemperaturstabilitĂ€t ausgewĂ€hlt. Kohleschichten haben einen negativen Temperaturkoeffizienten und sind sehr ungenau. MetallschichtwiderstĂ€nde lassen sich mit höchsten Genauigkeiten und abhĂ€ngig von der Legierung mit sehr geringen Temperaturkoeffizienten fertigen. Metalle haben im allgemeinen einen positiven Temperaturkoeffizienten. MetallschichtwiderstĂ€nde werden auch als SicherungswiderstĂ€nde gefertigt â diese verursachen bei Ăberlastung eine sichere Unterbrechung des Stromflusses. FĂŒr sehr hohe Widerstandswerte und hohe Spannungen werden Metalloxid-SchichtwiderstĂ€nde gefertigt. Diese sind besonders stabil gegenĂŒber den bei hohen Spannungen auftretenden Migrationsprozessen . Sehr kleine, hoch belastbare WiderstĂ€nde (z.B. Shunts und BremswiderstĂ€nde fĂŒr hohe Energieabsorption) werden aus Metallfolie (Manganin) gefertigt. Werden diese WiderstĂ€nde zur Strommessung eingesetzt (Shunts), haben sie oft sog. Kelvin-AnschlĂŒsse, d.h. zwei zusĂ€tzliche AnschlĂŒsse, um den Messfehler durch den Spannungsabfall an der Kontaktierung zu vermeiden. Elektrische WiderstĂ€nde gibt es als elektronische Bauelemente in verschiedenen AusfĂŒhrungen, die sich zum Beispiel in der Art und Form des Widerstandsmaterials unterscheiden:
Weiterhin kennt man
In einer monolithischen integrierten Schaltung (Basismaterial einkristallines Silizium) ist die Wahl der Widerstands-Materialien sehr eingeschrĂ€nkt. Hier wird fĂŒr jeden benötigten Widerstand oft jeweils ein besonders beschalteter Transistor als Widerstands-Ersatz verwendet, da âechteâ WiderstĂ€nde im Layout mehr FlĂ€che benötigen. Sollen reale WiderstĂ€nde in der Schaltung benötigt werden, verwendet man meist polymorphes Silizium. [Bearbeiten] FestwiderstĂ€nde[Bearbeiten] Abstufung der WiderstandswerteDie Nennwerte von WiderstĂ€nden werden nach geometrischen Folgen abgestuft. Dabei weist jede Dekade die gleiche Anzahl n verschiedener, mit dem Faktor q = 10(1/n) abgestufter Werte auf. International gĂŒltig sind die mit n = 3·2a (a ist ganzahlig) abgestuften E-Reihen. Je nach Toleranz können WiderstĂ€nde mit Werten aus der E12- (10 %), E24- (5 %), E48- (2 %) oder E96-Reihe (1 %) hergestellt werden. Die %-Zahlen geben Mindestgenauigkeiten fĂŒr die jeweilige Reihe an. Beispielsweise sind die Werte der Reihe E12 = {10, 12, 15, 18, 22, 27, 33, 39, 47, 56, 68, 82}. Die Werte sind so gewĂ€hlt, dass sich ĂŒberlappende Toleranzbereiche ergeben. Als Nebeneffekt wird eine minimale Anzahl von Lagerwerten erzielt. Anders und einfacher ausgedrĂŒckt: Die E-Reihen kennzeichnen, wie viele WiderstĂ€nde pro Dekade, (z.B. von 100Ω bis 1kΩ) vorhanden sind. E12 hat beispielsweise 12 WiderstĂ€nde, deren Abstand geometrisch (fast) gleich verteilt ist. FrĂŒher war lediglich die E12er Reihe ĂŒblich, heutzutage jedoch gibt es genauere und stabilere WiderstĂ€nde. Heute gelingt es, WiderstĂ€nde in hoher StabilitĂ€t herzustellen und die Prozessparameter so zu steuern, dass ohne Nachabgleich WiderstĂ€nde in den gewĂŒnschten Werten der E96-Reihe oder allen anderen Reihen mit einer ĂŒblichen Toleranz von 1% entstehen, die alle abgesetzt werden können. [Bearbeiten] Angaben auf WiderstĂ€ndenWiderstĂ€nde in runder Bauform fĂŒr elektronische Schaltungen werden oder können oft nicht mit Ziffern bedruckt werden. Um ihre Werte zu kennzeichnen, werden Farbcodierungen verwendet. Bei heutigen, noch kleineren aber flachen SMD-WiderstĂ€nden werden die Kennwerte durch Druck oder Lasergravur aufgebracht. [Bearbeiten] Alphanumerische BeschriftungZur kompakten, alphanumerischen, Beschriftung von Widerstandswerten kann der Buchstabe 'R' als Dezimaltrennzeichen verwendet werden:
Auf die gleiche Weise können auch die SI-PrÀfixe als Dezimaltrennzeichen verwendet werden. Der Wert des PrÀfix stellt dabei einen zusÀtzlichen Multiplikator dar:
Diese Darstellungsform wird vor allem in SchaltplĂ€nen eingesetzt. [Bearbeiten] Angaben auf SMD-WiderstĂ€ndenSMD-WiderstĂ€nde sind MiniaturwiderstĂ€nde fĂŒr das direkte Verlöten auf der LeiterplattenoberflĂ€che. Durch geringe Abmessungen ermöglichen sie den Bau kompakter GerĂ€te. DarĂŒber hinaus hat diese Bauform in der HF-Technik wesentliche Vorteile gegenĂŒber bedrahteten Bauteilen, da die durch Widerstandswindungen und Anschlussbeinchen entstehenden InduktivitĂ€ten stark reduziert werden. SMD-Bauelemente sind in verschiedenen BaugröĂen erhĂ€ltlich:
Dabei geben die ersten zwei Ziffern die LĂ€nge und die letzten zwei bzw. drei die Breite des Bauteils in 1/100 Zoll (= 0,254 mm) an.
Das wÀren bei den Bauformen 2512, 1210, 1206, 0805, 0603, 0402, 0201, 01005:
SMD-WiderstÀnden der Toleranzklasse 5 % sind 3 Ziffern aufgestempelt. Die ersten 2 Ziffern geben den Widerstandswert an, die dritte die Anzahl der angehÀngten Nullen.
SMD-WiderstÀnde der Toleranzklasse 1 % weisen einen Aufdruck mit vier Ziffern auf. Dabei geben die ersten 3 Ziffern den Widerstandswert an, die vierte die Anzahl der angehÀngten Nullen.
WeiterfĂŒhrende Artikel zu SMD-WiderstĂ€nden: Metal Electrode Faces, Chip-Bauform [Bearbeiten] Farbkodierung auf WiderstĂ€ndenDie Widerstandsfarbkodierung oder Farbkodierung fĂŒr WiderstĂ€nde ist eine Farbkennzeichnung fĂŒr die elektrischen Werte von WiderstĂ€nden, die als elektronische Bauteile meist sehr klein und darĂŒber hinaus rund sind. Um die daraus resultierende Schwierigkeit zu umgehen, lesbare Zahlen auf der OberflĂ€che dieser Bauteile abzubilden, wurde der umlaufende Aufdruck von Farbkennringen erdacht. Es gibt Farbcodes mit 4 Ringen, mit 5 Ringen oder 6 Ringen. Bei 4 Ringen geben die ersten beiden Ringe die Zahlenwerte an (siehe Tabelle unten), der 3. Ring gibt den Multiplikator (1= Ă1, 2= Ă10, 3= Ă100) und der 4. Ring gibt die Toleranzklasse an. Bei dieser Art könnte man bis zu 8640 verschiedene Abstufungen ausdrĂŒcken. Bei 5 Ringen geben die ersten 3 Ringe den Zahlenwert an, der 4. Ring ist der Multiplikator und der 5. Ring die Toleranzklasse. Bei 6 Ringen ist es genau wie bei 5 Ringen, nur, dass ein 6. Ring dazu kommt, der eine Information ĂŒber den Temperaturkoeffizienten enthĂ€lt. Die EntschlĂŒsselsrichtung erfolgt je nach AusfĂŒhrung
Die Farbkodierung ist in der DIN IEC 62, bzw. fĂŒr WiderstĂ€nde mit Angabe des Temperaturkoeffizienten nach DIN 41429 wie folgt festgelegt:
WiderstÀnde hoher Genauigkeit (MetallschichtwiderstÀnde) haben meistens 5 oder 6 Ringe. Bei 5 Ringen geben die ersten drei die Werte an, Ring 4 den Multiplikator und Ring 5 die Toleranz. Ein sechster Ring gibt den Temperaturkoeffizienten an.
[Bearbeiten] ParameterabhÀngige WiderstÀndeParameterabhÀngige WiderstÀnde werden auch als nichtlineare WiderstÀnde bezeichnet. Wesentliches Merkmal ist, dass der Widerstandswert von einem oder mehreren weiteren physikalischen Parametern wie der am Widerstand anliegenden Spannung, der Temperatur, Druck, dem Lichteinfall und Àhnlichen mehr abhÀngt. Wesentlich ist, dass bei nichtlinearen WiderstÀnden der Zusammenhang zwischen Spannung am und Strom durch den Widerstand nicht durch die ohmsche Beziehung mit einem konstanten Widerstandswert R beschrieben werden kann. Der Widerstandswert wird selbst zu einer nicht konstanten Funktion R(x), wobei x der abhÀngige Parameter ist. [Bearbeiten] TemperaturabhÀngige WiderstÀndeThermistoren sind WiderstÀnde mit einer gezielt ausgeprÀgten TemperaturabhÀngigkeit. Man unterscheidet:
Auch der Eisen-Wasserstoff-Widerstand hat ein PTC-Verhalten. Er wurde frĂŒher als Strom-Konstanthalter in den Heizkreisen von RöhrengerĂ€ten verwendet und funktioniert aufgrund von EigenerwĂ€rmung eines Eisendrahtes in Wasserstoff. [Bearbeiten] FotowiderstĂ€ndeEin Fotowiderstand verringert seinen Widerstandswert bei Lichteinfluss. [Bearbeiten] SpannungsabhĂ€ngige WiderstĂ€ndeSie werden Varistoren genannt und bestehen aus Metalloxiden (meist dotiertes Zinkoxid). Sie verringern ihren Widerstandswert bei steigender Spannung, meist drastisch ab einer charakteristischen Schwellspannung Ă€hnlich einer Zenerdiode. Sie werden zur Begrenzung von Ăberspannungsimpulsen (Schwellspannungen von 5 Volt bis mehrere Kilovolt) eingesetzt, nicht jedoch zur Spannungsstabilisierung. Kurzbezeichnungen wie MOV (metal oxide varistor) oder auch VDR (von engl. voltage dependent resistor) leiten sich aus Material und Verhalten ab. Fritter enthalten KohlegrieĂ und verringern ihren Widerstandswert durch Hochfrequenzströme. [Bearbeiten] Druck- und dehnungsabhĂ€ngige WiderstĂ€nde
[Bearbeiten] Verstellbare WiderstÀnde
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
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