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Olympische Sommerspiele 2000
Die Olympischen Sommerspiele 2000 (offiziell Spiele der XXVII. Olympiade genannt) fanden vom 15. September bis zum 1. Oktober 2000 im australischen Sydney statt. Es waren nach den Olympischen Sommerspielen 1956, die in Melbourne ausgetragen wurden, die zweiten Spiele auf dem australischen Kontinent. [Bearbeiten] Bewerbung[Bearbeiten] Vorgeschichte der australischen BewerbungNach den Olympischen Sommerspielen 1956 in Melbourne gab es lange Zeit keine offizielle australische Bewerbung für die Austragung weiterer Olympischer Spiele. Pläne Sydneys für Bewerbungen um die Olympischen Sommerspiele 1972 und die Olympischen Sommerspiele 1988 blieben schon in den frühen Phasen der Planung stecken. 1980 wählte das Nationale Olympische Komitee Australiens Melbourne für die Bewerbung um die Sommerspiele 1988 aus, die Bewerbung wurde jedoch schon 1981 aufgrund finanzieller Schwierigkeiten zurückgezogen. Diesem Rückzieher folgten zwei voll realisierte Bewerbungen, von Brisbane für die Olympischen Sommerspiele 1992 und von Melbourne für die Olympischen Sommerspiele 1996, welche den Grundstein für die erfolgreiche Bewerbung Sydneys um die Sommerspiele des Jahres 2000 legten. [Bearbeiten] Bewerbung SydneysIm April 1989, kurz nach der Nominierung Melbournes für 1996, fragte John Coates vom Australischen Olympischen Komitee beim Premierminister von New South Wales, Nick Greiner, an, ob eine Kandidatur Sydneys für die Olympischen Sommerspiele 2000 möglich wäre, wenn die von Melbourne scheitern würde. Coates schlug vor, dass Sydney die Sportinfrastruktur verbessern und sich um die Austragung internationaler Sportveranstaltungen bewerben sollte, um die Chancen der Bewerbung zu steigern. Nach dem Scheitern der Bewerbung Melbournes strebten Brisbane und Sydney die Austragung der Olympischen Sommerspiele des Jahres 2000 an und auch Melbourne wollte einen zweiten Anlauf nehmen. In einer internen Abstimmung des Nationalen Olympischen Komitees Australiens im November 1990 entschied man sich für Sydney als Kandidat. Formal entschieden sich die Stadtregierung Sydneys und die Regierung von New South Wales am 1. März 1991 für die Bewerbung. Zu diesem Zeitpunkt standen Peking und Berlin bereits als Mitbewerber fest. Manchester und Istanbul standen kurz vor der offiziellen Bewerbung. Am 11. März 1991 unterzeichneten Sydney, das Nationale Olympische Komitee Australiens und der Staat New South Wales den Vertrag über Sydney als Kandidatenstadt für die Austragung der Olympischen Sommerspiele des Jahres 2000. Die Bewerbung Sydneys um die Austragung der Olympischen Spiele fand in Australien breite Unterstützung in der Bevölkerung, bei Unternehmen, Verbänden und ethnischen Gruppen wie den Aborigines. Auch die Massenmedien begrüßten die Bewerbung. [Bearbeiten] Weitere Bewerber
Die weiteren Kandidatenstädte, die sich um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2000 bewarben, waren Berlin, Peking, Manchester und Istanbul. Die Bewerbung Berlins wurde nach der deutschen Wiedervereinigung von 1990 angestrebt. Das kostspielige Olympiaprojekt fand aber angesichts der Probleme beim Zusammenwachsen von Ost und West nicht viel Unterstützung. Daneben kam es zu Misswirtschaft der Berliner Bewerbungsgesellschaft, die insgesamt ungeschickt agierte. Berlin war damit auch in der Abstimmung um die Vergabe der Spiele gegen die Mitbewerber chancenlos. [Bearbeiten] Wahl des AustragungsortesDie Wahl des Austragungsortes fand während der 101. IOC-Session in Monte Carlo statt. Die Kandidatenstädte warben in dieser Zeit noch mit ihren Delegationen und kleineren Events um die Stimmen der IOC-Mitglieder. Am 23. September 1993, dem Tag der Wahl, hatte jede Stadt die Zeit für eine 30-minütige Präsentation. Dabei stellten 15 Minuten den Zeitraum für Nachfragen dar. Es war die erste Wahl eines Austragungsortes, bei der den IOC-Mitgliedern nur die ausgeschiedene Stadt und nicht die Stimmverteilung genannt wurde. Erst nach der Wahl wurden die Ergebnisse veröffentlicht. Nach Abschluss der Wahl gratulierte der IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch den Kandidatenstädten in alphabetischer Reihenfolge, bevor er bekanntgab, dass Sydney der Austragungsort der Olympischen Sommerspiele des Jahres 2000 war. In einer kurzen Zeremonie wurde dann der Vertrag unterzeichnet.
[Bearbeiten] Organisation[Bearbeiten] EintrittskartenInsgesamt gab es für die Zeremonien und Wettbewerbe 9,6 Millionen Tickets. Fünf Millionen der Tickets wurden nur in Australien verkauft. Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf betrug um die 600 Millionen australische Dollar. Die teuersten Tickets, für Eröffnungs- und Schlussfeier, kosteten bis zu 1.320 Dollar. Für Sportveranstaltungen wie Schwimmfinals und das Basketballendspiel musste man höchstens 455 Dollar ausgeben. In Deutschland lief der Kartenvorverkauf über das Deutsche Reisebüro. Das Kartenkontingent betrug 58.000 Tickets, die nur schriftlich und ohne Rückgaberecht bestellt werden konnten. Damit weniger attraktive Sportveranstaltungen vom „Typ 2“ nicht vor leeren Rängen stattfinden mussten, wurde der Käufer von „Typ 1“-Tickets zur Abnahme von zwei „Typ 2“-Eintrittskarten verpflichtet. In der Schweiz lief der Vorverkauf über Kuoni Reisen. [Bearbeiten] MedaillenDie Medaillen der Olympischen Sommerspiele von Sydney zeigen auf der Vorderseite das seit 1928 obligatorische Bild mit der Siegesgöttin Nike mit dem Olivenzweig in der Hand. Auf der Rückseite sind neben dem Opernhaus als Wahrzeichen von Sydney, auch die Olympische Fackel und die Olympischen Ringe abgebildet. Die Medaillen wurden von den beiden australischen Künstlern Woljcech Pietranik und Brian Thompson gestaltet und an blauen Bändern aufgehängt. [Bearbeiten] KostenIm Jahr 2002 hat der Auditor-General von New South Wales berichtet, dass die Olympischen Spiele in Sydney $AUS 6,6 Mrd. kosteten, mit einem Netto-Kostenwert für die Öffentlichkeit zwischen $AUS 1,7 und 2,4 Mrd. [1] [2] Es wurde geschätzt, dass die Olympischen Spiele 2000 der Grund für einen Abzug von $AUS 2,1 Mrd. in der öffentlichen Wirtschaft war. Das Wirtschaftswachstum war nicht stimuliert zu einem Netto-Nutzen. Und in den Jahren seit 2000, wuchs der Auslands-Tourismus nach NSW weniger als der Tourismus nach ganz Australien. Ein "Multiplikator-Effekt" auf breitere wirtschaftliche Entwicklung ist nicht realisiert, wie ein einfaches "Multiplikator"-Analyse nicht zu erfassen ist. Die Mittel müssen über andere Wege hergeleitet werden: So gehen Kosten des Baus eines Stadions zu Lasten anderer öffentlicher Einrichtungen wie zum Beispiel Erweiterungen an Krankenhäusern. Denn Sportstätten zu bauen, führt nicht zu einem wirtschaftlichen Aufschwung in den Jahren nach den Spielen: "Reit-Zentren, Softball Verbindungen und vom Menschen geschaffenen Stromschnellen sind nicht besonders nützlich, jenseits ihrer unmittelbaren Funktion." [Bearbeiten] Olympische StandorteDas Herz der Olympischen Sommerspiele des Jahres 2000 bildete der Sydney Olympic Park im Gebiet um Homebush Bay am Parramatta River. Das Olympische Dorf bildete einen neuen Stadtteil und war das größte in der olympischen Geschichte. [Bearbeiten] SportstättenDie Wettkämpfe der Olympischen wurden in diesen Sportstätten ausgetragen:
Die Wettbewerbe im Schwimmen, Wasserspringen, Synchronspringen und Wasserball fanden im Aquatic Centre statt. Es wurde bereits im Jahr 1994 eröffnet. Für die Olympischen Spiele wurde die Zuschauerkapazität von 4500 und 17.500 erhöht. Damit war es die größte Sportstätte für Schwimmwettbewerbe bei Olympischen Spielen. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees Juan Antonio Samaranch sagte über das Aquatic Centre, es wäre das beste Schwimmbecken, das er in seinem Leben gesehen hatte („the best swimming pool I have seen in my life“)[1].
Die Reitwettbewerbe fanden 40 Kilometer westlich von Sydney im Horsley Park statt. Der Komplex wurde von Timothy Court entworfen und gliederte sich in 80 Hektar des für Australien typischen Graslandes ein. Der Vielseitigkeits-Kurs führte rund 7,5 Kilometer um einen zentral in diesem Gelände gelegenen Berg.
Das Hockey Centre gehört zum Sydney-Olympic-Park-Komplex. Während der Olympischen Spiele 2000 war es Austragungsort der Hockey-Turniere. Das Hockeystadion bot 15.000 Zuschauern Platz.
Im Sydney International Archery Park wurden die Wettbewerbe im Bogenschießen ausgetragen. Der Komplex wurde für drei Millionen australische Dollar gebaut und im Juli 1998 eröffnet. Der Park befindet sich in Sichtweite zum Olympiastadion. Bestandteil der Anlage waren zwei aus 185 alten Strommasten bestehende Gruppen von Pfählen, die Wälder symbolisieren sollten. Die Sportstätte bot 3500 Zuschauern Platz. [Bearbeiten] Olympisches DorfDas erste Mal in der olympischen Geschichte waren 10.651 Sportler in einem einzigen Olympischen Dorf beherbergt. Es wurden 630 Häuser errichtet, deren Architektur die Vorstadtbungalows und die Bauform der Gebäude in der Innenstadt Sydneys vereinigt. Schon zur Mitte des Jahres 2000 waren die meisten der Häuser und Wohnungen bereits verkauft worden, zu einem Preis von 400.000 bis 500.000 australischen Dollar für 95 bis 125 Quadratmeter. [Bearbeiten] FackellaufDer Fackellauf im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele des Jahres 2000 in Sydney führte durch Griechenland, Ozeanien und Australien. Die Flamme wurde im antiken Olympia vor rund 20.000 Schaulustigen entzündet. Die Entzündungszeremonie wurde von Priesterinnen ausgeführt, die einen trockenen Zweig des Olivenbaumes mit Hilfe der Sonne zu entzünden versuchten. Da es an diesem Tag jedoch bewölkt war, kam es jedoch nicht zur Entflammung, so dass auf eine am Tag zuvor entzündete Flamme zurückgegriffen werden musste. Der erste Fackelläufer war der griechische Hochspringer Labros Papakostas. Nachdem er eine Runde im antiken Stadium zurückgelegt hatte, übergab er die Flamme an die Tochter des IOC-Vizepräsidenten Kevan Gosper, die damit die erste australische Läuferin dieses Fackellaufes wurde. In Folge dessen kam es zu einigen Kontroversen, weil in den Medien kritisiert wurde, dass scheinbar Angehörige von IOC-Mitgliedern bevorzugt wurden. Das erste Mal führte der Fackellauf über einige der griechischen Inseln. Dabei wurde das Olympische Feuer mit einem Schiff der griechischen Marine transportiert. Am 20. Mai 2000 endete der Fackellauf durch Griechenland am Panathinaikon-Stadion, der Stätte der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit, als die Flamme einem Mitglied des Organisationskomitees übergeben und daraufhin mit einem Charterflugzeug nach Ozeanien überführt wurde. Erste Station des Fackellaufes in Ozeanien war am 22. Mai 2000 die Insel Guam. Von dort aus führte der Weg der Olympischen Flamme über Palau, Mikronesien, Nauru, die Salomonen, Papua-Neuguinea, Vanuatu, Samoa, Amerikanisch-Samoa, die Cookinseln, Tonga und schließlich Neuseeland bevor sie Australien erreichte. Fidschi war nicht Teil des Fackellaufes, weil zu dem Zeitpunkt die politische Situation in diesem Land instabil war. Die Fackelläufer wurden während der Zeit in Ozeanien mit folkloristischen Darbietungen begleitet. Teilweise nutzten aber auch ethnische Gruppen die Aufmerksamkeit, welche der Fackellauf mit sich brachte, für Demonstrationen, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. In Australien trugen über 11.000 Läufer das Olympische Feuer über eine Strecke von 27.000 Kilometer. Dabei wurde die Flamme auf verschiedenste Weise transportiert. Am Bondi Beach wurde sie auf einem Surfbrett von einem Surfer getragen, im Great Barrier Reef trug sie ein Taucher unter Wasser, im Outback flog sie in einem Arzt-Flugzeug mit und am Cable Beach in Broome wurde sie auf einem Kamel transportiert. Das Olympische Feuer erreichte Australien am 8. Juni 2000 in Yulara, ziemlich in der Mitte des Kontinents. Von dort aus führte der Fackellauf am Welterbe Uluru vorbei. Die erste Läuferin auf australischem Boden war Nova Peris-Kneebone, die erste Aborigine die eine Goldmedaille bei Olympischen Spielen gewann. Am 16. Juni trug mit dem 93 Jahre alten Bob Tisdall der älteste noch lebende Olympiasieger die Olympische Fackel. [Bearbeiten] Teilnehmer
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