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Náchod
Náchod (deutsch Nachod) ist eine Stadt im Nordosten Tschechiens. Sie gehört zur Region Hradec Králové und ist zudem Sitz des nach ihr benannten Bezirks Okres Náchod.
[Bearbeiten] GeographieNachod liegt in Ostböhmen an der Mettau in der Nähe der Grenze zu Polen. Die Stadt wird von der Europastraße 67 durchquert, an der sich im Ortsteil Běloves ein Grenzübergang ins polnische Słone, einem Ortsteil von Kudowa Zdrój, befindet. [Bearbeiten] Geschichte der StadtDie Gegend von Nachod wurde erstmals in der Chronik Chronica Boemorum des Cosmas von Prag erwähnt, der sie als das „Tor zu Polen“ bezeichnete. Um das Territorium und den alten Handelsweg von Prag nach Polen zu schützen, ließ Hron von Načeratice um 1250 eine Grenzburg an einem strategisch wichtigen Platz errichten und gründete vermutlich gleichzeitig die Stadt Nachod. Im 15. Jahrhundert erhielten die Bürger neben einer Bibliothek und dem Marktrecht auch das Recht, auf der Brücke über den Fluss Metuje Zoll und Maut zu erheben. In der Folge wurde die Stadt zu einem wichtigen Handelszentrum. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erlebte Nachod seine größte kulturelle Blüte. Schwere Brände verwüsteten 1570 und 1663 große Teile der Stadt. 1620 kam der „Winterkönig“ Friedrich von der Pfalz, nachdem er in der Schlacht am Weißen Berge vernichtend geschlagen worden war, auf seiner Flucht durch Nachod. In die jetzige Pflasterung der Kamenice (Steinerne Gasse) wurde ein Hufeisen eingefügt, das Friedrichs Pferd auf der Flucht verloren haben soll. Im Dreißigjährigen Krieg hatten Stadt und Bevölkerung viel zu erleiden. Im Deutschen Krieg von 1866 fand in der Nähe der Stadt am 27. Juni 1866 die Schlacht bei Nachod zwischen den Preußen und Österreichern statt, in welcher das österreichische 6. Korps des Generals Wilhelm Ramming durch das 5. preußische Korps des Generalfeldmarschalls Karl Friedrich von Steinmetz vernichtend geschlagen wurde. Im 19. Jahrhundert erlebte die Stadt vor allem dank der sich entwickelnden Textilindustrie einen wirtschaftlichen Aufschwung, der durch die Wirtschaftskrise der 1930er Jahre und den Zweiten Weltkrieg unterbrochen wurde. [Bearbeiten] Geschichte der Herrschaft NachodDie Burg- bzw. Schlossherren von Nachod waren auch Besitzer der gleichnamigen Herrschaft, deren erster Hron von Načeratice war. Dessen Enkel Ješek tauschte Nachod gegen Kostelec nad Černými Lesy mit dem böhmischen König Johann von Luxemburg, der Nachod bis etwa 1325 behielt. Nach mehreren Besitzerwechseln folgten 1415 Boček II. von Kunstadt und Podiebrad und nach dessen Tod 1416 dessen Sohn Viktorin Boček von Kunstadt und Podiebrad. Obwohl nach Viktorins Tod 1427 dessen damals sechsjähriger Sohn und spätere böhmische König Georg von Podiebrad die Besitzungen erbte, gehörte die Herrschaft Nachod aus unbekannten Gründen wiederum wechselnden Besitzern, bis sie 1456 rechtmäßig an Georg von Podiebrad kam. Noch zu dessen Lebzeiten gehörte Nachod 1458–1469 seinen Söhnen Boček und Viktorin und nach der Erbteilung von 1472–1497 Georgs ältestem Sohn Heinrich d. Ä. 1533 erwarb Johann von Pernstein die Nachoder Besitzungen und verkaufte sie 1544 an die mächtigen und reichen Smiřický von Smiřice, die die Herrschaft Nachod 1582 um die Güter von Ratibořice vergrößerten. Da die Smiřický von Smiřice auf der Seite des Winterkönigs Friedrich von der Pfalz standen, fielen ihre Besitzungen an den Kaiser, der sie 1621 an Wallenstein und 1623 an die Trčka von Leipa übertrug. Nach der Ermordung des Adam Erdmann Graf Trčka 1634 in Eger wurde die Herrschaft Nachod neuerlich konfisziert. Als Dank für erworbene Verdienste schenkte sie Ferdinand II. dem kaiserlichen General Octavio Piccolomini, der an der Verschwörung gegen Wallenstein beteiligt war und in dessen Familie sie bis 1792 verblieb. In diesem Jahr ersteigerte Peter von Biron, Herzog von Kurland und Semgallen, die Herrschaft Nachod und erweiterte sie 1798 um die Herrschaft Chvalkovice. Von 1800–1839 gehörte die Herrschaft seiner Tochter Katharina Wilhelmine von Sagan, die das Vorbild für die Fürstin im Roman „Die Großmutter“ (Babička) von Božena Němcová war. Nach Wilhelmines Tod verkaufte ihre Schwester Pauline von Hohenzollern-Hechingen das Schloss und die Herrschaft Nachod an Octavio von Lippe-Biesterfeld, von dem es 1842 an Fürst Georg Wilhelm zu Schaumburg-Lippe überging. Nach der Ablösung der Patrimonialherrschaft verblieb das Schloss in dieser Familie bis zur Enteignung 1945. Danach wurde es verstaatlicht. [Bearbeiten] StadtgliederungDie Stadt Náchod besteht aus den Ortsteilen Babí (Babe), Běloves (Bielowes), Bražec (Braschetz), Dobrošov (Dobroschau), Jizbice (Jisbitz), Lipí (Lip), Malé Poříčí (Klein Poric), Náchod (Nachod), Pavlišov (Paulisch) und Staré Město nad Metují (Altstadt an der Mettau). [Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Literatur
Náchod – Panorama
[Bearbeiten] Weblinks
Commons: Náchod – Bilder, Videos und Audiodateien
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