Kalisz

Kalisz
Wappen von Kalisz
Kalisz (Polen)
DEC
Kalisz
Kalisz
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 71,4 km²
Geographische Lage: 51° 46′ N, 18° 5′ O7Koordinaten: 51° 46′ 0″ N, 18° 5′ 0″ O
Höhe: 144 m n.p.m
Einwohner: 108.311 (30. Juni 2007[1])
Postleitzahl: 62-800 bis 62-821
Telefonvorwahl: (+48) 62
Kfz-Kennzeichen: PK
Wirtschaft und Verkehr
Zweige: Textilindustrie
Straße: PosenŁódź
BydgoszczBreslau
Nächster int. Flughafen: Łódź oder
Posen-Ławica|
Verwaltung (Stand: 2007)
Stadtpräsident: Janusz Pęcherz
Adresse: Główny Rynek 20
62-800 Kalisz
Webpräsenz: www.kalisz.pl

 Kalisz ?/i [ˈkaliʃ] (deutsch Kalisch) ist eine polnische Kreisstadt im Verwaltungsbezirk Großpolen – gleich weit von den drei rund 100 km entfernten Städten Breslau, Posen und Łódź, an der Prosna gelegen. Auf Grund der sehr frühen schriftlichen Erwähnung (s. u.) kann sich Kalisz rühmen, eine der ältesten urkundlich belegten Städte Polens zu sein. Wirtschaftliche Bedeutung besteht in den Bereichen der Textilindustrie, des Maschinenbaus und der Herstellung von Musikinstrumenten. Kalisz ist Sitz von drei Hochschulen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Stadtwappen

Das Wappen von Kalisch besteht aus einem zweitürmigen Kastell, über dessen Tor ein polnisch gekleideter Wächter in das Horn stößt, umgeben von vier Sternen. Auf den Zinnen der Türme sprießen je drei Rohrkolben hervor. Farben Rot in Silber.

[Bearbeiten] Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Kalisz (sehr ausführlich)

Rathaus
Rathaus

Kalisz wird bereits um das Jahr 150 n. Chr. als Calisia, ein Ort der germanischen Diduni (Wandalen) vom alexandrinischen Geografen Claudius Ptolemäus erwähnt, ist somit eine der ersten urkundlich nachgewiesenen Städte auf dem Gebiet des heutigen Polen. Ab 1193 war Kalisch die Hauptstadt eines piastischen Herzogtums, das 1305 zur Woiwodschaft umgewandelt wurde. Von 1793 bis 1807 gehörte Kalisch zu Preußen. Nach 1815 entwickelte sich Kalisch zur Industriestadt. Am 7. August 1914 wurde die Stadt durch deutschen Artilleriebeschuss völlig zerstört und anschließend in modernem Stil wiederaufgebaut. Von 1939 bis 1945 gehörte Kalisch als Stadtkreis und Sitz des Landrates für den gleichnamigen Landkreis zum deutschen Reichsgau Wartheland. Am 23. Januar 1945 wurde Kalisch fast unzerstört von der sowjetischen Armee befreit. Von 1975 bis 1998 war Kalisch Hauptstadt der Woiwodschaft Kalisz, zu der auch Teile von Niederschlesien gehörten.

[Bearbeiten] Religionen

Kalisz ist seit 1992 Sitz eines katholischen Bistums. Seit 1793 existiert auch eine evangelische Gemeinde in der Stadt, der heute etwa 300 Mitglieder angehören. Es existiert auch eine polnisch-orthodoxe Gemeinde (etwa 50 Mitglieder), eine lutherische Gemeinde der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen und eine Baptistengemeinde. Die Juden der Stadt wurden 1940 von den Nazis deportiert.

[Bearbeiten] Politik

Der Stadtpräsident steht dem siebenköpfigen Stadtvorstand vor und ist gleichzeitig Chef der Verwaltung. Der Stadtrat umfasst 25 Mitglieder, von denen zwei aus den im Jahr 2000 eingemeindeten Dörfern Dobrzec und Sulisławice erst nachträglich gewählt wurden. Im Stadtrat sind folgende Parteien vertreten:

  • LiD (Linken und Demokraten) (2 Sitze)
  • Towarzystwo Przyjaciół Ziemi Kaliskiej (2 Sitze)
  • Unabhängiger Block „Wszystko dla Kalisza“ (5 Sitze)
  • PO (Bürgerplattform) (5 Sitze)
  • PiS (Recht und Gerechtigkeit) (5 Sitze)
  • Samorządny Kalisz (6 Sitze)

[Bearbeiten] Wirtschaft

Das Wirtschaftsleben der Stadt wird durch die Industrie dominiert. Vorherrschende Branchen sind die Textilindustrie, die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie sowie die Luftfahrt- und Metallindustrie.

[Bearbeiten] Verkehr

Die städtische Busgesellschaft KLA befördert mit ihren neuerworbenen Bussen auf 16 innerstädtischen und 12 Vorortlinien insgesamt 19 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Als Stadt mit der höchsten PKW-Dichte Polens leidet Kalisch unter einem Parkplatzmangel, der durch Einführung von Parkraumbewirtschaftung gemildert werden soll.


[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

[Bearbeiten] Bildungseinrichtungen

Neben zwölf Berufs- und 24 Fachschulen gibt es drei Hochschulen mit insgesamt 5.500 Studenten.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften


[Bearbeiten] Entwicklung des Stadtgebiets

[Bearbeiten] Eingemeindungen

Im Jahr 2000 wurden die Dörfer Dobrzec und Sulisławice eingemeindet.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Theater

  • Wojciech-Bogusławski-Theater

[Bearbeiten] Museen

  • Das Bezirksmuseum ...

[Bearbeiten] Bauwerke

  • Franziskanerkirche zum Hl. Stanislaus (13.–18. Jh. gotisch, Innenausstattung Barock)
  • Garnisonskirche (ehemalige Jesuiten-, später Evangelische Kirche, 17.–18 Jh., Barock)
  • Kathedrale zum Heiligen Nikolaus (gotisch-neugotisch, Innenausstattung Barock, eine interessante Kapelle im Jugendstil, 13.–19. Jh.)
  • Städtische Pfarrkirche zum Heiligen Joseph, (17.–18. Jh. Barock)
  • Jesuitenkirche (ehem. Bernhardiner-) zur Mariae Verkündigung (18. Jh., Barock)
  • Nazarethanerkirche zum Heiligen Joseph und Heiligen Peter von Alcantara (18. Jh., Rokoko)
  • siehe auch: Geschichte der Stadt Kalisz

[Bearbeiten] Friedhöfe

  • Evangelischer Friedhof (ab 17. Jh.). Dort begegnen wir allen Namen derjeniger Industriellen, deren Namen in der Geschichte der Stadt Kalisz, (19. Jahrhundert), aufgeführt sind.
  • Russisch-orthodoxer Friedhof (ab 18. Jh.)
  • Jüdischer Friedhof (Stadtteil Widok). Einziger noch erhaltener kleiner jüdischer Friedhof (19. Jh.) in der heutigen Stadt. Der älteste, nicht weit von der Stadtmitte gelegen, mit teilweise mittelalterlichen Gräbern, wurde um 1940 von den Nazis zerstört.
  • Soldatenfriedhof (1916). Hier liegen auch viele Deutsche, die ab 1939 in Kalisch angesiedelt wurden.
  • Sowjetischer Ehrenfriedhof (1946). Die große Gedenksäule besteht aus dem Granit der Neuen Reichskanzlei in Berlin.

[Bearbeiten] Umgebung

  • Schloss Gołuchów, 20 km nordwestlich der Stadt. Monumentale Adelsresidenz mit Landschaftspark und Kunstsammlungen, Teil des Nationalmuseums Posen.
  • Bahnhof Skalmierzyce (deutsch: Skalmeritz), 2 km südlich von der heutigen Stadtgrenze entfernt. Riesiger neugotischer Bau, um 1905 errichtet, bis 1918 Grenzbahnhof des Deutschen Kaiserreiches.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

  • Konzerte des städtischen Sinfonieorchesters und des Studenten-Chores Polifonia


[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt


[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Kalisz – Bilder, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2007

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