Hamburger Institut für Sozialforschung

Das Hamburger Institut für Sozialforschung (HIS) versteht sich als eine unabhängige sozialwissenschaftliche und zeitgeschichtliche Forschungsstätte. Es wird von einer Stiftung getragen, deren Vorstand Jan Philipp Reemtsma ist. Zeithistorische und soziologische, international ansetzende Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Gewalt (Genozide, Folter, Massenmord) und Protestbewegungen seit dem Nationalsozialismus.

Das Institut veranstaltet Konferenzen und Vortragsreihen und gibt die Zeitschrift Mittelweg 36 heraus.[1]

Eine mehrjährige Wanderausstellung über Gewaltverbrechen der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg (siehe Wehrmachtsausstellung) wurde von ihm veranstaltet und beschäftigte die Öffentliche Meinung stark, nachdem die Historiker Bogdan Musial und Krisztián Ungváry auf Fehler bei der Zuordnung einiger Fotos hinwiesen, die „nicht deutsche, sondern sowjetische Verbrechen im Sommer 1941 zeigen“. Damit sollten aber die Haltung deutscher Soldaten nicht entschuldigt oder gerechtfertigt werden.[2] Eine daraufhin berufene Historikerkommission überprüfte die Vorwürfe und kam zum Ergebnis, dass von den 1433 Fotos weniger als 20 fehlerhaft zugeordnet waren.[3] Eine zweite, anhand der im Kommissionsbericht geäußerten Kritik überarbeitete Ausstellung lief bis 2004.

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. ↑ Vgl. Lars Clausen, Die ersten zehn Jahre „Mittelweg 36“, in: Mittelweg 36, Jg. 11, 2002, H. 2, S. 49-53.
  2. ↑ Bogdan Musial: Konterrevolutionäre Elemente sind zu erschießen - Die Brutalisierung des deutsch-sowjetischen Krieges im Sommer 1941. Propyläen Verlag, Berlin – München, ISBN 3549071264, S. 19f
  3. ↑ Dabei beschränkte sich der Bericht auf die Überprüfung bereits von Kritikern begründeter Zweifel, wies aber gleichzeitig auf die Unmöglichkeit hin, die Herkunft aller Fotos zu lückenlos zu überprüfen und nachzuweisen. Die Defizite der Ausstellung lagen nach Meinung der Kommission nicht so sehr in Methode oder fehlerhafter Arbeitsweise, als vielmehr im „unbekümmerten Gebrauch fotografischer Quellen, wie er in geschichtswissenschaftlichen und populären Publikationen leider sehr verbreitet ist“: Kommissionsbericht zur Überprüfung der Ausstellung S. 9/S.85/S. 86 (pdf)

[Bearbeiten] Weblinks


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