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Geert WildersGeert Wilders (* 6. September 1963 in Venlo, Provinz Limburg) ist ein niederlÀndischer Politiker, Vorsitzender der Partij voor de Vrijheid und seit 1998 Mitglied der Zweiten Kammer der Generalstaaten.
[Bearbeiten] LebenWilders besuchte in seiner Kindheit das Thomascollege in Venlo.[1] Er wurde römisch-katholisch getauft, trat aber, als er volljĂ€hrig wurde, aus der Kirche aus. Nach seiner Schulausbildung und dem MilitĂ€rdienst 1983/84[1] arbeitete er einige Monate in einem Moschaw.[2] Am 31. Juli 1992 heiratete er seine ungarische Frau Krisztina in Budapest. Wilders wurde 1989 Mitglied der Volkspartij voor Vrijheid en Democratie (VVD). Vor seinem Eintritt in die Politik war er von 1984 bis 1986 Mitarbeiter des (bis 1999 bestehenden) Krankenversicherungsrates, einer dem Minister fĂŒr Gesundheit, Wohlfahrt und Sport unterstellten Kontrollinstanz, und anschlieĂend von 1986 bis 1988 Mitarbeiter im Sozialversicherungsrat. In den Jahren 1990 bis 1998 war Wilders als Mitarbeiter fĂŒr sozialwirtschaftliche Themen und Redenschreiber fĂŒr die VVD-Parlamentsfraktion tĂ€tig. AuĂerdem war er Mitglied der ungarischen Arbeitsgruppe der VVD, die sich gegen einen Beitritt der Slowakei und RumĂ€niens zur EU einsetzte.[3] Nach einer kurzen Zeit als Gemeinderat in Utrecht wurde Wilders 1998 fĂŒr die VVD in die Zweite Kammer der Generalstaaten gewĂ€hlt, ebenso bei der folgenden Wahl von 2002. Im September 2004 verlieĂ er die VVD und bildete als Einmannfraktion die Groep Wilders. Anfang 2006 grĂŒndete er die Partij voor de Vrijheid. Die Partei trat bei den niederlĂ€ndischen Parlamentswahlen am 22. November 2006 an und erhielt auf Anhieb 5,9 Prozent und neun Sitze im Parlament. Er wurde im Jahr 2007 von der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Nederlandse Omroep Stichting zum âPolitiker des Jahresâ gewĂ€hlt,[4] seine Wahl wurde damit begrĂŒndet, dass er die âpolitische Diskussion beherrscheâ und âdie Debatte an sich zieheâ. Seit dem Mord von Mohammed Bouyeri an dem Regisseur und Filmemacher Theo van Gogh am 2. November 2004 steht Wilders unter stĂ€ndigem Polizeischutz. Wilders Ă€ndert jede Nacht seinen Aufenthaltsort und sieht seine Ehefrau nur âalle ein, zwei Wochenâ.[5]. Er ist der einzige Abgeordnete der Zweiten Kammer dessen Wohnsitz nicht veröffentlicht wird.[6] [Bearbeiten] IdeologieWilders ist bekannt fĂŒr seine anti-islamische Haltung[7] und seine Ablehnung der Beitrittsverhandlungen der TĂŒrkei mit der EuropĂ€ischen Union. AuĂerdem fordert er, die Einwanderung in die Niederlande strikter zu beschrĂ€nken. Von der Politkwissenschaft, etwa von Frank Geldmacher oder Frans Becker und RenĂ© Cuperus, wird Geert Wilders als typischer Vertreter des Rechtspopulismus betrachtet.[8] In der Berichterstattung wird Wilders in den Massenmedien ebenfalls vorwiegend als Rechtspopulist bezeichnet. Dabei wird sein xenophobes PolitikverstĂ€ndnis herausgearbeitet.[7] Dagegen verurteilt der Journalist und Schriftsteller Henryk M. Broder die Bezeichnung Wilders als Rechtspopulist als diffamierend und sieht in der Kritik am Film eine vorauseilende Appeasement-Politik.[9] [Bearbeiten] IslamgegnerschaftIn einem Zeitungsinterview im Februar 2007 sagte er, Muslime, die in den Niederlanden leben wollten, mĂŒssten die HĂ€lfte des Korans rausreiĂen und wegwerfen, weil darin âschreckliche Dingeâ stĂŒnden, und den Propheten Mohammed wĂŒrde er âals Extremisten ⊠aus dem Land jagenâ, lebte dieser noch. Die Regierung Saudi-Arabiens verlangte daraufhin von der niederlĂ€ndischen Regierung eine Entschuldigung. AuĂenminister Ben Bot bedauerte Wilders' Aussagen. Sein Ministerium verwies darauf, diese ĂuĂerungen gĂ€ben nicht den Standpunkt der Regierung wieder; ein Parlamentarier habe das Recht, sich frei zu Ă€uĂern.[10] Am 8. August 2007 forderte Wilders in einem Leserbrief an de Volkskrant[11] ein Verbot des Korans in den Niederlanden. Er bezog sich dabei auf eine Rede der italienischen Islamkritikerin Oriana Fallaci, die die Existenz eines âgemĂ€Ăigten Islamâ bestritt und die These vertrat, islamistische Gewalt sei nicht Folge eines Missbrauchs dieser Religion, sondern leite sich unmittelbar aus dem Koran ab, der deshalb mit Adolf Hitlers Grundlagenwerk Mein Kampf zu vergleichen sei. Wilders schloss daraus, dass der Koran zu verbieten sei, da er âMuslime in verschiedenen Suren dazu aufruft, Juden, Christen, AndersglĂ€ubige und NichtglĂ€ubige zu unterdrĂŒcken, zu verfolgen oder zu ermorden, Frauen zu schlagen und zu vergewaltigen und mit Gewalt einen weltweiten islamischen Staat zu errichtenâ.[11] Infolgedessen mĂŒssten die Niederlande das âfaschistische Buchâ Koran verbieten und fĂŒr Muslime einen Einwanderungsstopp verhĂ€ngen. AuĂerdem erneuerte er die nach seiner Wahl ins Parlament bereits von ihm aufgestellte Forderung, den Bau weiterer Moscheen im Lande zu verbieten.[11] Anlass seiner ĂuĂerungen war ein Ăberfall auf den ehemaligen Muslim und PvdA-Politiker Ehsan Jami, der am 4. August 2007 von drei muslimischen Angreifern verletzt worden war.[12] Wilders Meinungen und Ăngste sind in den Niederlanden weit verbreitet. Laut einer reprĂ€sentativen Umfrage von 2008 sagten 56% der NiederlĂ€nder, es sei der gröĂte Fehler der Geschichte gewesen, so viele Muslime ins Land zu lassen. 57% sehen den Islam als die gröĂte Bedrohung der Zeit.[13] [Bearbeiten] Kurzfilm âFitnaâHauptartikel: Fitna (Film) Am 28. November 2007 gab Wilders in der Tageszeitung De Telegraaf bekannt, an einem Kurzfilm ĂŒber den Koran mit dem arabischen Titel Fitna (zu deutsch etwa: Zwietracht, Aufruhr, Heimsuchung) zu arbeiten,[14] der Ende Januar 2008 im niederlĂ€ndischen Fernsehen ausgestrahlt werden sollte. Es fand sich aber kein niederlĂ€ndischer Sender, der ihn ausstrahlen wollte. Seither beschrĂ€nkte sich Wilders auf Andeutungen und stellte in Aussicht, der Film wĂŒrde âdemnĂ€chst im Internetâ[15] gezeigt werden. Daraufhin sperrte Network Solutions, der Hosting Provider Wilders' am Karsamstag dessen Website.[16] Die Minister Ernst Hirsch Ballin (Justiz), Guusje ter Horst (Innen) und Maxime Verhagen (AuĂen) wiesen Wilders auf die Folgen hin, die der Film nach sich ziehen könnte. Einem Bericht des Telegraaf vom 16. Januar 2008 zufolge Ă€uĂerte der GroĂmufti von Syrien, Ahmad Badr al-Din al-Hassoun, in einer Rede im EuropĂ€ischen Parlament schon die BefĂŒrchtung, der Film könne zu âGewalt und BlutvergieĂenâ fĂŒhren, insbesondere, wenn in dem Film der Koran verbrannt oder zerrissen werde.[17][18] Am 22. MĂ€rz 2008, kam es in Amsterdam zu einer Demonstration gegen eine Veröffentlichung des Films. Nach Polizeiangaben nahmen etwa 2.000-3.000 Personen an dieser Demonstration teil.[19] Der Film wurde am 27. MĂ€rz 2008 auf der Internetseite âLiveLeakâ veröffentlicht[20]. Am folgenden Tag wurde der Film dort gelöscht, weil bei dem Internetportal, eigenen Angaben zufolge, Morddrohungen eingegangen waren[21]. Der Film hatte sich jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits im Internet verbreitet und war auf andere Seiten kopiert worden. LiveLeak stellte Fitna am 31. MĂ€rz 2008 wieder ein. Man habe Sicherheitsvorkehrungen getroffen und wolle sich nicht durch Drohungen unter Druck setzen lassen, legales und regelkonformes Material zu zensieren, nur weil manche den Inhalt nicht mögen wĂŒrden.[22] [Bearbeiten] Weblinks
Wikiquote: Geert Wilders â Zitate
[Bearbeiten] Einzelnachweise
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