Frauenarbeit

Frauenarbeit bedeutet im engeren Sinne die Erwerbstätigkeit weiblicher Beschäftigter, ferner sämtliche Aufgaben (zum Beispiel Kinderbetreuung, Mithilfe im familiären Betrieb), die Frauen durch eine Soziale Rolle zugeordnet werden, sowie das Engagement im Bereich von Interessenvertretung, Bildung und so weiter zugunsten von Frauen. Siehe auch: Gender und Gender Mainstreaming. Die Frauenbewegung der 70er Jahre machte darauf aufmerksam, dass auch Hausarbeit eine (wenn auch unbezahlte und gerne „übersehene“) Form der Arbeit ist.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Erwerbstätigkeit von Frauen

Der Anteil der erwerbstätigten Frauen stieg in der Zeit der Industrialisierung und machte sie somit auch zum Gegenstand der Sozialen Frage, insbesondere zur Frage der Arbeitsbedingungen, des Arbeitsschutzes und einer gerechten Entlohnung. Schließlich entstand auch die Frauenbewegung, die sich für die Rechte von Frauen einsetzte.

Zu den Fürsprechern einer Verbesserung der Situation von Frauen im Erwerbsleben zählen Louise Otto-Peters (1819 - 1895), Peter Norrenberg (1847 - 1898) und Iris von Roten (1917 - 1990).

[Bearbeiten] Reformen der 1960er und 1970er Jahre

In der Deutschen Demokratischen Republik verlangte das Familiengesetz ab 1966, dass die Ehepartner ihre Verbindung so gestalten, „daß die Frau ihre berufliche und gesellschaftliche Tätigkeit mit der Mutterschaft vereinbaren kann“.

In Österreich wurden durch die Familienrechtsreform im Jahre 1975 Mann und Frau weitgehend gleichgestellt und geschlechtsspezifische Zuweisungen abgebaut.

In der Bundesrepublik Deutschland wurde zum 1. Juli 1977 eine umfassende Reform des Ehe- und Familienrechts vorgenommen. Man spricht vom „paritätischen Ehemodell“. § 1356 BGB lautet: „Die Ehegatten regeln die Haushaltsführung in gegenseitigem Einvernehmen. (...). Beide Ehegatten sind berechtigt, erwerbstätig zu sein.“

In Europa ist heute ein größerer Anteil von Frauen in Teilzeitarbeit beschäftigt. Die Frauenarbeitslosigkeit ist meist höher als der Durchschnitt. [1]

[Bearbeiten] Quellen

  1. ↑ Elena Marinucci: Bericht über die besonderen Auswirkungen der Frauenarbeitslosigkeit., 1998 (pdf)

[Bearbeiten] Literatur

  • Gisela Bock, Barbara Duden: Arbeit aus Liebe – Liebe als Arbeit. Zur Entstehung der Hausarbeit im Kapitalismus. in: Frauen und Wissenschaft. Beiträge zur Berliner Sommeruniversität für Frauen, Berlin, 1977, ISBN 3921710006
  • Angela Fiedler und Ulla Regenhard: Das Arbeitseinkommen der Frauen: Analysen zur Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt, Berlin: BWV Berliner Wissenschafts-Verlag, 1987
  • Geissler, Birgit/Maier, Friederike/Pfau-Effinger, Birgit (Hg.): FrauenArbeitsMarkt. Der Beitrag der Frauenforschung zur sozio-ökonomischen Theorieentwicklung, Berlin: Edition sigma, 1998, ISBN 3-89404-626-0
  • Karin Hausen: Die Polarisierung der „Geschlechtercharaktere“ – eine Spiegelung der Dissoziation von Erwerbs- und Familienleben. In: W. Conze (Hrsg.), Sozialgeschichte der Familie in der Neuzeit Europas, Stuttgart, 1976, 367-393, ISBN 3129103902
  • Karin Hausen, Geschlechterhierarchie und Arbeitsteilung (Sammlung Vandenhoeck), Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2001, ISBN 3-525-01353-1
  • Alice Salomon: Die Ursachen der ungleichen Entlohnung von Männer- und Frauenarbeit, Bad Feilnbach : Schmidt, 1990 (Reprint der Ausgabe Leipzig, Duncker & Humblot, 1906)
  • Claudia von Werlhof: Frauenarbeit: Der blinde Fleck in der Kritik der politischen Ökonomie. In: beiträge zur feministischen theorie und praxis, Heft 1, München, 1978

[Bearbeiten] Siehe auch


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