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Frankfurter BuchmesseDie Frankfurter Buchmesse, 1949 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels gegründet, findet jedes Jahr im Oktober an fünf Tagen auf dem Messegelände in Frankfurt am Main statt (2007: 10.-14.; 2008: 15.-19.). Sie ist mit über 7.000 Ausstellern und mehr als 280.000 Besuchern die größte und bedeutendste Buchmesse der Welt. Jährlich stellt sie die Buchproduktion und Kultur eines Gastlandes besonders heraus. Im Verlauf der Buchmesse findet die Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises statt. Am letzten Messetag (Sonntag) wird in der Frankfurter Paulskirche der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen.
[Bearbeiten] GeschichteDie Frankfurter Buchmesse hat eine mehr als 500-jährige Tradition. Eine Buchmesse in Frankfurt gab es schon in der frühen Neuzeit, nachdem Johannes Gutenberg in Mainz, nur wenige Kilometer von Frankfurt entfernt, den Buchdruck revolutioniert hatte und die Buchdrucker Johannes Fust, Peter Schöffer und Konrad Henckis die Frankfurter Messe zum Umschlagsort des den Handschriftenhandel ablösenden Verlagsbuchhandels machten. Bis in die Zeit des späten 17. Jahrhunderts blieb Frankfurt am Main die zentrale Buchmesse-Stadt Europas. Als Folge politischer und kultureller Umwälzungen übernahm die Leipziger Buchmesse in der Zeit der Aufklärung die Rolle Frankfurts. Erst zwei Jahrhunderte später in Folge der Teilung Deutschlands lebte die Buchmesse in Frankfurt wieder auf: 205 deutsche Aussteller versammelten sich vom 18. bis 23. September 1949 in der Frankfurter Paulskirche zur ersten Buchmesse der Nachkriegszeit. [Bearbeiten] Funktion der MesseDie Buchmesse dient als Fachmesse in erster Linie Verlegern, Agenten, Buchhändlern, Bibliothekaren, Wissenschaftlern, Illustratoren, Dienstleistern, Filmproduzenten, Übersetzern, Druckern, Verbänden, Künstlern, Autoren, Antiquaren, Software- und Multimedia-Anbietern zur Vorstellung ihres Angebots und dem Abschluss von Geschäften. Erstmals gab es 2004 das Forum Film & TV. Vortragsveranstaltungen finden unter anderem über Hörbücher und das Moderne Antiquariat auch im Übersetzer- und Bibliothekars-Zentrum statt. Seit 2005 ist die erste Frankfurter Antiquariatsmesse angeschlossen, die ebenfalls weltweit größte. Auch erstmals 2005 wurden eine gemeinsame Branchendarstellung für Zeitschriftenverlage der Fach-, Publikums- und Internationalen Presse, sowie eine Gemeinschaftsausstellung Spiele & Spielen mit der Spielwarenmesse Nürnberg eingerichtet und ein mit 37.500 Euro dotierter deutscher Roman-Preis an Arno Geiger verliehen. Der Handel mit Buchlizenzen/-rechten findet in einem eigenen Agentencenter statt - rund 70 Prozent des internationalen Rechte- und Lizenzgeschäfts bahnen sich hier an. Die Buchmesse ist erst in zweiter Linie eine Messe für das nur an zwei Tagen zugelassene Publikum. Mehr als 12.000 Journalisten aus knapp hundert Ländern berichten von ihr. Die Frankfurter Buchmesse wirkt auch über die Messezeit hinaus - sie stellt etwa die umfassendsten Online-Datenbanken der Branche bereit und vermittelt in Zusammenarbeit unter anderem mit dem Auswärtigen Amt, der Stiftung Pro Helvetia und den Goetheinstituten deutsche Literatur im Ausland. Neben den großen ganzjährigen Büros in der Mainmetropole hat man German Book Offices, ständige Präsenzen in New York, Peking, Moskau und Bukarest, seit 2008 in New Delhi. Darüber hinaus existieren besondere Stipendienprogramme. Das Programm Städte der Zuflucht unterstützt von der Stadt Frankfurt gilt verfolgten Schriftstellern. Da die Messe so terminiert ist, dass die Bekanntgabe des Gewinners des Nobelpreises für Literatur in Stockholm stets in die Messewoche fällt, ist sie traditionell auch das erste größere Forum desjenigen Verlages, der die Werke des neu gekürten Nobelpreisträgers im Programm hat. Im Juni 2006 fand als Joint Venture die erste Buchmesse Kapstadt, die Cape Town Bookfair, statt. Die Buchmesse gründete 2006 den "Schwerpunkt Bildung" mit Litcam, einer Literarisierungskampagne, vor allem gegen Analphabetismus. 2007 startete in dem Zusammenhang u.a. ein Kurzgeschichten-Projekt ("Who's on the line? Call for free") von und über Menschen mit Migrationshintergrund. [Bearbeiten] Leitung der BuchmesseVon 1949 bis 1957 leitete Wilhelm Müller die Buchmesse, ihm folgte bis 1974 Sigfred Taubert, vorher Leiter der Pressestelle des Börsenvereins und Pressesprecher der Buchmesse. 1975 übernahm Peter Weidhaas den Posten des Buchmesse-Direktors sowie des Geschäftsführer der Ausstellungs- und Messe-GmbH. Er war zuvor Leiter des Ausstellungsreferats der Buchmesse. Peter Weidhaas verfasste zwei Geschichten der Buchmesse (s.u.). Nach dem Ende von Weidhaas Amntszeit folgte ihm Lorenzo Rudolf, vormals Direktor der Art Basel ihm im Amt des Buchmesse-Direktors. Sein Nachfolger wurde bereits 2002 Volker Neumann, zuvor Geschäftsführer der Verlagsgruppe Random House. Seit 1. April 2005 ist Juergen Boos Direktor der Frankfurter Buchmesse. Er leitete davor das Marketing im Verlag Wiley-VCH Weinheim. Ebenso gründete sich ein internationaler kleiner Beirat der Buchmesse. [Bearbeiten] GastländerEinen besonderen Schwerpunkt bietet seit 1988 ein jährlich wechselndes Gastland. Vor 1988 hatten Buchmessen auch thematische Schwerpunkte. 2006 war Indien als erstes Land zum zweiten Mal Gastland. Dies wurde mit einem überaus agilen indischen Buchmarkt begründet. Das Gastland bringt ein kulturelles Rahmenprogramm mit (Lesungen, Literaturförderung, ..., auch Preisverleihungen): Im Jahr 2004 hatten ca. 500 von etwa 3.000 Veranstaltungen einen Gastlandbezug. Ausstellungen und Lesereisen des Gastlands beginnen vor der Buchmesse und gehen weit darüber hinaus. Auch organisiert die Frankfurter Buchmesse als Dachorganisation für deutsche Verlage die Präsentation Deutschlands bei ausländischen Buchmessen: beispielsweise noch im Rahmen des deutsch-polnischen Jahres auf der Buchmesse Warschau. [Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Weblinks
Commons: Frankfurter Buchmesse – Bilder, Videos und Audiodateien
Wikinews: Internationale Frankfurter Buchmesse eröffnet – Nachrichten
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Einzelne Buchmessen
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