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Buße (Religion)In der religiösen Bedeutung ist Buße die Umkehr des Menschen zu Gott, von dem er sich durch die Sünde entfernt hat. Dieser Begriff ist so unterschiedlich vom Alltagsgebrauch des Worts Buße, dass er fast im Gegensatz dazu steht.
[Bearbeiten] Herkunft des BegriffsDie Wörter, die in verschiedenen Sprachen für diesen Begriff gebraucht werden, haben in der jeweiligen Alltagssprache sehr unterschiedliche Bedeutungen, was leicht zu Missverständnissen führen kann.
[Bearbeiten] Buße im ChristentumIm Christentum führt Buße über die Erkenntnis der eigenen Schuld (Ijob 42,6 EU) zu den rechtschaffenen Werken des neuen Lebens (Apg 26,20 EU), die die Abkehr von der bisherigen Lebensführung einschließen (Röm 6,1f EU). Jesus Christus gilt hier als Sühneopfer, als rituelles göttliches Menschenopfer und göttliche Eigenopferung für die geglaubte christliche Urschuld aller Menschen. [Bearbeiten] In der katholischen KircheIn der katholischen Kirche kann der Begriff Buße folgendes bedeuten:
Allgemeine Bußzeiten im Laufe des Kirchenjahrs sind Advent und Fastenzeit. [Bearbeiten] In der evangelischen KircheIn der evangelischen Kirche wird Buße vor allem als Änderung der inneren Haltung verstanden und betont, dass Buße von Gott bewirkt wird. Nicht der Mensch kehrt aus eigenem Entschluss um, sondern Gott ist Ursache der Umkehr. Äußere Handlungen sind zwar mit dieser Umkehr verbunden, aber nicht als Voraussetzung, sondern als natürliche Folge einer grundlegenden Veränderung der inneren Haltung. Das Wort Buße kann angewandt werden auf besondere Tage oder Akte der Umkehr oder auf eine ständige Lebenshaltung. Dies drückt sich in der ersten der 95 Thesen Luthers aus: „Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: ‚Tut Buße‘ usw. (Mt 4,17 Lut), hat er gewollt, daß das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.“ [Bearbeiten] In der orthodoxen KircheIn der orthodoxen Kirche wird unter der metanoia vor allem eine Änderung der Lebenseinstellung verstanden, die durch die freiwillige Zusammenarbeit des Heiligen Geistes auf der einen Seite und des einzelnen Menschen auf der anderen Seite zustandekommt. Ziel ist dabei, die Vergebung Gottes anzunehmen, den Zorn gegen Gott und die Mitmenschen hinter sich zu lassen, und so von einer widernatürlichen, unmenschlichen „Todeshaltung“ zu einer natürlichen, menschlichen Lebenshaltung zu gelangen. Die im Sündenfall verdorbene Welt zieht den Menschen jedoch immer wieder in die falsche, seiner eigentlichen Natur als Bild und Gleichnis Gottes zuwiderlaufende Richtung, sodass die metanoia eine lebenslange Anstrengung gegen das eigene geistlose Mitläufertum ist. Die Mysterien (Sakramente) sowie Fasten und Beten helfen dabei, indem sie schon im „hier und jetzt“ ein Gegenbild zur gefallenen Welt darstellen. [Bearbeiten] Im PietismusDer Pietismus und manche Evangelikalen verstehen unter Buße auch eine einmalige, grundlegende Bekehrung zu Jesus Christus, die in einem veränderten Leben resultiert. Diese bewusste Lebenswende ist Antwort auf das Angebot der Gnade Gottes, beendet das bisherige Leben als ungläubiger Mensch und beginnt mit Hilfe des Heiligen Geistes ein Leben in Orientierung an Gott. [Bearbeiten] Buße im JudentumDer Monat Elul gilt als Zeit der „Teschuwa“, der Umkehr. Diese ist jedoch mit Rosch haSchana nicht abgeschlossen, sondern erstreckt sich über die folgenden „zehn Tage der Umkehr“ bis zum Jom Kippur. Dies ist der heiligste und feierlichste Tag des jüdischen Jahres, mit Schwerpunkt auf Reue und Versöhnung - mit sich selbst, mit den Mitmenschen und mit Gott. Essen, Trinken, Baden, Körperpflege, das Tragen von Leder (einschließlich Lederschuhen) und sexuelle Beziehungen sind an diesem Tag verboten, in der Neuzeit auch das Rauchen. Das Fasten - der gänzliche Verzicht auf Essen und Trinken - beginnt kurz vor Sonnenuntergang und endet am folgenden Tag nach Einbruch der Nacht. [Bearbeiten] Buße im IslamIm Islam gibt es keine festgelegte Bußpraxis. Der gläubige Muslim muss auf die Barmherzigkeit von Allah vertrauen und durch religiöse Taten (beten, fasten u. a.) die Buße für seine Sünden erbringen. [Bearbeiten] Buße im BuddhismusDer Begriff Buße hat im Buddhismus keinen hohen Stellenwert, da im Allgemeinen davon ausgegangen wird, daß Taten, die geschehen sind, nicht rückgängig gemacht werden können und auch nach einer (selbstauferlegten) Buße oder Sühne genauso wirken. Ferner ist nach Ansicht des Buddhismus das „Prinzip Buße“ widersinnig, da es den Vorschriften der Vergebung widerspricht und das Geschehene immer wieder ins Bewusstsein zurückführt. Alle Taten haben deshalb einen Einfluss auf das Karma, das heißt, daß in künftigen Inkarnationen eine entsprechende Verarbeitung durch eine entsprechende Aufgabe erfolgt. [Bearbeiten] Siehe auch[Bearbeiten] Literatur
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