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Brigittenau
Die Brigittenau ist der 20. Wiener Gemeindebezirk. Sie entstand zu einem guten Teil auf durch die Wiener Donauregulierung gewonnenem Neuland, wovon die Namen der wichtigsten Durchzugsstraßen, die größtenteils nach Mitgliedern der Donauregulierungskommission benannt sind, Zeugnis ablegen. Sie verfügt über kein markantes historisches Zentrum und wurde 1900 von der Leopoldstadt abgetrennt. Die Benennung erfolgte in Anlehnung an die 1645-51 erbaute Brigittakapelle. Frühere Gebietsteile waren die Schottenau, die Wolfsau, die Taborau und Zwischenbrücken. Die Brigittenau gehört zu den wenigen Ortsnamen, wie z. B. die Innere Stadt (1. Bezirk), die Leopoldstadt (2. Bezirk), die Wieden (4. Bezirk), die Josefstadt (8. Bezirk), der Alsergrund (9. Bezirk), die im Deutschen mit Artikel benutzt werden.
[Bearbeiten] Geographie[Bearbeiten] LageDie Brigittenau liegt auf einer Insel zwischen dem Donaukanal und der Donau im nordöstlichen Zentrum des Wiener Stadtgebietes. Die mittlere Höhe des Bezirksgebietes beträgt 162,4 m ü. A..[2] Das Gebiet wurde ursprünglich Unterer Werd (Werd = Insel) genannt. Durch die Donauregulierung wurde der Charakter des Bezirksgebietes stark verändert. Die Auwaldbestände und Donaualtarme verschwanden nach und nach. Die Brigittenau umfasst eine Fläche von 5,67 km² bzw. 1,4 % der Wiener Stadtfläche. Damit liegt die Brigittenau im unteren Mittelfeld der Wiener Gemeindebezirke. Auf Grund seiner Lage entfallen rund 21 % des Bezirksgebietes auf Gewässer, der zweithöchste Wert in Wien. Während Grünflächen und Bauflächen unterdurchschnittlich repräsentiert sind, gehört der Anteil der Verkehrsflächen zu den höchsten. Im Süden grenzt der 2. Bezirk Leopoldstadt an die Brigittenau. [Bearbeiten] GeologieDie Brigittenau liegt am Westrand des Wiener Beckens. Der tiefere Untergrund des Wiener Beckens besteht in der Brigittenau aus Flyschgestein. Durch den Abbruch des Wiener Beckens liegt diese Schicht am Brigittenauer Spitz in nur 200 Meter Höhe, in Zwischenbrücken hingegen bereits in 2.000 Meter Tiefe. Während des Mittelmiozän (Badener Schicht) brach das Becken ein und es wurde in geringer Mächtigkeit Süßwasserablagerungen (Sande und Konglomerate) abgelagert. Von Osten lagerte das Meer Tonmergel, Sande und Algenkalke ab, deren Mächtigkeit nach Osten zunimmt. Im Sarmat (Obermiozän) entstand durch die Abschneidung des Meeres eine Brackwasserfauna und die Ablagerung von Tonmergel. Auch diese Schicht nimmt in ihrer Mächtigkeit von Westen nach Osten zu. Am Brigittenauer Spitz liegt sie 10 Meter unter der Oberfläche, bei Zwischenbrücken in 360 Metern Tiefe. Der immer mehr verlandende Süßwassersee bildete während des Pannon erneut Tegelablagerungen. Bedeckt wird das Gebiet der Brigittenau von quartären Ablagerungen, die eine Mächtigkeit von 10 bis 15 Metern erreichen. Seine unteren Schichten bestehen überwiegend aus Schottern mit Sand und Kieslagen. Im Bereich zwischen Heiligenstädterbrücke, Franz-Josefs-Bahnhof, Augarten und Frachtenbahnhof ruhen darauf Lehme, lehmige Feinsande und lößähnliche Ablagerungen. Die Schotterablagerungen stammen aus den Erosionsprozessen der Eiszeiten (Pleistozän), die große Mengen Schotter anlandeten. Die Donau schnitt in diese Ablagerungen breite Terrassen ein, wobei sich die Brigittenau im Bereich der „Zone der rezenten Mäander“ befindet, die den nacheiszeitlichen Teil der Praterterrasse darstellt. Wechselnde Hochwässer und die immer wieder neue Verlegung der Donauarme und Bildung neuer Schotterbänke führten zu einer geringen Ablagerungshöhe von nur 10 bis 15 Metern. Oberhalb der Schotterablagerungen befinden sich graue und braune Auenböden.[3] [Bearbeiten] FlächennutzungDie Baufläche der Brigittenau umfasst 38,7 % (Wienweit 33,32 %) der Bezirksfläche. Der Anteil von Wohnbaufläche am gesamten Bauland beträgt 64,2 %. Weitere 21,2 % entfallen auf Betriebsbaugebiet und 10,7 % auf Flächen, die dem kulturellen, religiösen, sportlichen oder öffentlichen Bereich gewidmet sind. Grünflächen nehmen in der Brigittenau nur 7,9 % ein, womit die Brigittenau im unteren Drittel der Wiener Gemeindebezirke liegt. 66 % der Grünfläche entfallen auf Parkanlagen, 22,3 % auf Sport- und Freizeitflächen, der Rest auf Kleingärten und Wiesen. Auf Grund der großen Anteile an Donaukanal und Donau nehmen Gewässer 20,9 % der Bezirksfläche ein. Dies ist der zweithöchste Wert eines Bezirks. Der Anteil der Verkehrsflächen am Bezirksgebiet ist mit 32,9 % der vierthöchste Wert Wiens.[4]
[Bearbeiten] NachbarbezirkeDie Brigittenau wird im Westen durch den Donaukanal begrenzt, der den Bezirk von Döbling im Nordwesten und dem Alsergrund im Südwesten trennt. Die Bezirksgrenze verläuft dabei entlang des rechten Ufers, wodurch die Wasserfläche des Donaukanals zur Brigittenau zählt. Im Osten bildet das linke Ufer der Donau (Donauinsel) die Grenze zum Bezirk Floridsdorf. Auch hier zählt die Wasserfläche der Donau zum Bezirk Brigittenau. Südöstlich der Brigittenauer Brücke treffen die Bezirksgrenzen der Brigittenau, Floridsdorfs, der Donaustadt und der Leopoldstadt zusammen, wobei die Südgrenze der Brigittenau die Nordgrenze der Leopoldstadt bildet. Diese Grenze verläuft quer über die Donau und danach entlang der Linie Innstraße – Dresdner Straße – Nordbahnstraße – Taborstraße – Nordwestbahnstraße – Rauscherstraße (Mauer des Augartens) – Wasnergasse (Mauer des Augartens) und Perinetgasse über den Donaukanal. [Bearbeiten] BezirksteileDie Brigittenau setzt sich aus zwei ehemals selbständigen Gemeinden zusammen, der namensgebenden Brigittenau sowie Zwischenbrücken. Zwischenbrücken wurde jedoch zwischen der Leopoldstadt und dem Bezirk Brigittenau geteilt. Der südliche Teil Zwischenbrückens liegt heute in der Leopoldstadt, der östliche Teil fiel der Donauregulierung zum Opfer. 463,84 ha des 567,67 ha großen Gemeindebezirks werden von der gleichnamigen Katastralgemeinde Brigittenau eingenommen. Lediglich die Wasserfläche der Donau gehört zu drei anderen Kastastralgemeinden, die zum überwiegenden Teil im Gemeindebezirk Floridsdorf liegen. Es sind dies 31 ha von Donaufeld, 42,83 ha von Floridsdorf und 30 ha der Schwarzen Lackenau. Eine weitere Gliederung des Bezirksgebiets besteht in den Zählbezirken der amtlichen Statistik, in denen die Zählsprengel des Gemeindebezirks zusammengefasst sind. Die acht Zählbezirke in der Brigittenau sind Kapaunplatz, Zwischenbrücken, Brigittaplatz, Lorenz Müller-Gasse, Wallensteinstraße, Wextraße, Höchstädtplatz und Nordwestbahnhof. [Bearbeiten] Geschichte
Die ersten bekannten Besitzer dieses Gebiets waren im 11. Jahrhundert die Babenberger. Das Gebiet wurde um 1096 von Leopold III. an das von ihm gegründete Kloster St. Maria Nivenburg (heutiges Stift Klosterneuburg) verschenkt. Die Besitzer wechselten damals häufig, weil das Land oft vom Stift verschenkt, verkauft und verpachtet wurde. Im 13. Jahrhundert wurde das Gebiet erstmals urkundlich in einer Chronik erwähnt. Die Wiener bezeichneten das Gebiet als „Werd“ (= Insel). Die ersten Siedler in diesem Gebiet waren Fischer, Jäger und Holzfäller. Später siedelten sich auch Gärtner und Wirte an. 1463/64 wurde die Schlagbrücke (heutige Schwedenbrücke) gebaut, dies war die erste feste Brücke über den noch unregulierten zentrumsnächsten Donauarm. Erste Wiener Türkenbelagerung 1529: Es kam zu schweren Kämpfen auf dem Gebiet der Donauinseln. Dreißigjähriger Krieg 1618-1648: Am 9. April 1645 eroberte das schwedische Heer unter Lennart Torstenson die Wolfsschanze. Kaiserliche Truppen eroberten das Gebiet in einer viertägigen Schlacht zurück; so entstand die Brigittasage – siehe auch Geschichte der Brigittakapelle. Die erste urkundliche Erwähnung der „Brigittenau“ war 1670, die frühere Bezeichnungen waren: „Im Werd“, „Schottenau“ und „Wolfsau“. Zweite Wiener Türkenbelagerung 1683: Die Brigittakapelle wird bei schweren Kämpfen auf der Wolfsschanze und bei der heutigen Friedensbrücke zerstört. 1688-1698 wurde die Taborbrücke gebaut. Es entstand eine neue Durchzugsstraße „Zwischen den Brücken“ und es kam daher zur Verlegung der Wolfsbrücke Richtung stromabwärts. 1695 wurde die Brigittakapelle wiederaufgebaut. 1732 errichtete das Hof- und Landjägeramt die Fasanerie. 1796 wurde in der Nähe der Taborbrücke eine Johann von Nepomuk geweihte Kapelle errichtet. 1810 siedelten sich ersten Handwerksbetriebe, beispielsweise eine Kunstblecherei, ein Dampfsägewerk und eine Feuerspritzenfabrik, in der Brigittenau an. 1828 wurde das „Colosseum“, eine Vergnügungsstätte, erbaut. 1830 gab es einen verheerenden Eisstoß und eine große Überschwemmung. 1834: Bau des „Universums“ (heute Universumstraße), einer weiteren Veranstaltungsstätte. 1838: Die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn, 1837 als erste Dampfeisenbahn des Kaisertums Österreich (damals inkl. Ungarn) auf der Teilstrecke Floridsdorf – Deutsch Wagram eröffnet, überquert nun die Donau zum Nordbahnhof am Praterstern. 1840 fuhr die erste schienengebundene Pferdebahn entlang der heutigen Jägerstraße vom Alten Tabor zum „Colosseum“. 1846 kam es zur Rodung des verbliebenen Auwaldes und zur Entstehung von Gärtnereien (Vorgartenstraße) im Norden des Bezirkes. 1848: Hinrichtung Robert Blums im „Brigittawaldl“ durch kaiserliches Militär. Der deutsche Abgeordnete zur Frankfurter Nationalversammlung war nach Wien gekommen, um hier die Demokraten gegen die Reaktionäre zu unterstützen. 1850 wurde die Brigittenau mit der ebenfalls zwischen Donau und Donaukanal gelegenen Leopoldstadt in die Stadt Wien eingemeindet, es entstand der 2. Wiener Gemeindebezirk. 1862: Neuerliche große Überschwemmung, der letzte Anstoß zur Donauregulierung. 1867: Beginn des Baus der Brigittakirche. 1870 war Baubeginn zur großen Donauregulierung und zum Bau des Nordwestbahnhofs an der Stelle des ehemaligen „Universums“, nahe dem heutigen Tabor. 1871 wurden die Nordwestbahnbrücke und die Brigittabrücke (heute Friedensbrücke) erbaut, 1873 die Nordbahnbrücke; in diesem Jahr wurde der Bau des Nordwestbahnhofes beendet. 1874: Einweihung der Brigittakirche und der Kaiser-Franz-Josephs-Brücke über das neue (seit 1875 wasserführende) Strombett der Donau (heute Floridsdorfer Brücke). 1875 war das neue Donaubett fertig, es kam zu großen Gebietsgewinnen durch die Donauregulierung. 1883-1884: Bau der Kaiser-Franz-Joseph-Regierungsjubiläumsbrücke (heute Heiligenstädter Brücke) über den Donaukanal 1886: Eröffnung der Dampftramway Wien – Stammersdorf. Die Strecke in dieses heute im 21. Bezirk gelegene Dorf führte durch die Jägerstraße, Strom- und Marchfeldstraße und über die „Kaiser-Franz-Josephs-Brücke“. 1897 fuhr die erste elektrische Straßenbahn in Wien. Die „Transversallinie“ (heute Linie 5) verband die Wiener Kopfbahnhöfe von Nord-, Nordwest-, Franz-Josephs- und Westbahn und führte, vom 2. Bezirk kommend, entlang des Augartens (Rauscherstraße) und der Wallensteinstraße, sodann über die Brigittabrücke (heutige Friedensbrücke) in den 9. Bezirk. Bei der Abzweigung des zentrumsnächsten Donauarmes (des Donaukanals) vom Hauptstrom hatte seit 1873 eine schwimmende Barriere („Sperrschiff“) bei Bedarf den Wasserzustrom begrenzt. 1894-98 baute Otto Wagner stattdessen das Nußdorfer Wehr (Schemerlbrücke) und daneben eine Kammerschleuse für die Schifffahrt. Am 24. März 1900 kommt es auf Wunsch Brigittenauer Politiker zur Trennung der Brigittenau von der Leopoldstadt. Die Brigittenau wird vom Gemeinderat zum 20. Wiener Gemeindebezirk erklärt (dies bleibt bis 1904 die höchste Bezirksnummer). 1906 wird das Amtshaus auf dem Brigittaplatz eröffnet. 1906: Am 7. Juli wird Anton Karas im Haus Leystraße 46 geboren. 1948 wird er von Regisseur Carol Reed für die Musik zum Film Der dritte Mann engagiert und mit seinem Harry-Lime-Thema ab 1949 weltweit bekannt. 1907 wird der Betriebsbahnhof (in Wien auch Remise genannt) Wexstraße der Straßenbahn für die damaligen Linien 3, 34 und V (sprich: vau) in Betrieb genommen. 1910: Die Dampftramway nach Stammersdorf wird durch die elektrische Straßenbahn (Linie 31) ersetzt. 1912 ist Baubeginn für den Umbau der Kaiser-Franz-Josephs-Brücke. Die neue Floridsdorfer Brücke wird erst nach dem Ersten Weltkrieg 1922 eröffnet. 1913: In der Halle des Nordwestbahnhofs wird bei einer Kundgebung der sozialdemokratische Reichsratsabgeordnete Franz Schuhmeier von Paul Kunschak (Bruder des christlichsozialen Politikers Leopold Kunschak) ermordet. 1914: Einrichtung der Sascha-Film, die anfangs in der Brigittenau (Treustraße 76) produzierte, durch Alexander Graf Kolowrat-Krakowsky. Vom privaten Verein zur Begründung und Errichtung eines Spitals im 20. Wiener Gemeindebezirk wird in der Stromstraße 34 das so genannte Brigitta-Spital errichtet. 1924: Eröffnung der Gemeinde-Wohnhausanlage „Winarsky-Hof“, an deren Planung ab 1921 bekannte Architekten wie Adolf Loos und Margarete Schütte-Lihotzky beteiligt waren. 1924-1926: Ersatz der alten Brigittabrücke über den Donaukanal durch die neue Friedensbrücke. 1926: Einrichtung des Unfallkrankenhauses in der Webergasse unter der Leitung von Dr. Lorenz Böhler. 1929: Gewaltiger Eisstoß auf der Donau. 1932: Die 1930 begonnene große Gemeinde-Wohnhausanlage am Friedrich-Engels-Platz bei der Floridsdorfer Brücke wird fertiggestellt. Ab 1938: Terror gegen jüdische Wiener/innen, Vertreibung und Massenmord. Die Schule Karajangasse wird zum ersten Sammellager. 1938: In der Halle des Nordwestbahnhofs findet die NS-Ausstellung Entartete Kunst statt. 1943: Bau der Flaktürme im Augarten (im 2. Bezirk, knapp an der Grenze zur Brigittenau). 16. Juli 1944: Erster amerikanischer Bombenangriff auf Wien richtet schwere Schäden in der Brigittenau an. April 1945: Schwere Bombenschäden an Bezirksamt, Brigittakirche, Leyschule und an vielen anderen Gebäuden, totale Zerstörung der Allerheiligenkirche. Sprengung der Floridsdorfer Brücke durch abziehende deutschen Truppen. Die Brigittenau wird von russischen Truppen besetzt. 1946: Am 19. Mai wird die Floridsdorfer Brücke als Malinowskybrücke wieder eröffnet (zu Ehren des sowjetischen Marschalls Rodion Jakowlewitsch Malinowski, des Befehlshabers der 2. Ukrainischen Front, die Wien einnahm). Seit 1956 heißt die Brücke wieder Floridsdorfer Brücke. Wiederaufbau des Döblinger Stegs und der Friedensbrücke. 1952: Abtragung der zerstörten Nordwestbahnhof-Halle. 1962: Neue Wiener Schnellbahn mit Haltestelle Traisengasse auf der Nordbahnstrecke durch die Brigittenau. (Heute weitere Haltestelle: Handelskai) 1964: Eröffnung der Gürtelbrücke über den Donaukanal. 1965: Eröffnung des neuen Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhauses in der Donaueschingenstraße. 1977: Eröffnung des neuen Gebäudes der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt. 1978: Eröffnung der neu errichteten Floridsdorfer Brücke neben der baufälligen alten, die dann abgetragen wird. 1979: Neubau des TGM (Technologisches Gewerbemuseum) in der Wexstraße. 1982: Eröffnung der 7. Wiener Donaubrücke, der Brigittenauer Brücke, zwischen Nordbahnbrücke und Reichsbrücke. 1996: Eröffnung der U-Bahn-Linie U6, vom Gürtel durch die Brigittenau nach Floridsdorf. Auf Bezirksgebiet die Stationen Jägerstraße, Dresdner Straße und Handelskai. 1999: Eröffnung des Millennium-Towers, des höchsten Gebäudes von Wien. [Bearbeiten] Bevölkerung
[Bearbeiten] BevölkerungsentwicklungDer heutige Bezirksgebiet der Brigittenau umfasste 1869 als Teil der damaligen Leopoldstadt nur 15.922 Bewohner. Nach der Fertigstellung der Donauregulierung 1875 begann die Einwohnerzahl durch die Hinzugewinnung neuer Flächen ab den 1880er Jahren stark zu steigen. In den 80er und 90er Jahren des 19. Jahrhunderts war die Brigittenau der am schnellsten wachsende Bezirksteil Wiens und 1910 erreichte der Bezirk einen Höchststand von 101.326 Bewohnern. Nach dem Ersten Weltkrieg sank die Einwohnerzahl der Brigittenau sukzessive, wobei insbesondere der gesteigerte Wohnraumbedarf eine Rolle spielte. Bis in die 80er Jahre ging die Einwohnerzahl zurück und markierte 1991 einen Tiefststand von 71.876 Bezirksbewohnern. Danach begann die Bevölkerung durch Zuzug wieder zu wachsen, wobei die Einwohnerzahl Anfang 2007 82.121 Menschen betrug. Die Brigittenau gehört damit zu den am dichtest besiedelten Bezirken Wiens. [Bearbeiten] BevölkerungsstrukturDie Altersstruktur der Bezirksbevölkerung war 2005 leicht jünger als der Wiener Durchschnitt. Die Zahl der Kinder unter 15 Jahren lag mit 14,9 % leicht über dem Bereich Gesamtwiens (14,6 %). Der Anteil der Bevölkerung zwischen 15 und 59 Jahren war mit 64,7 % (Wien: 63,4 %) deutlicher über dem Durchschnitt, während der Anteil der Menschen im Alter von 60 oder mehr Jahren mit 20,5 % (Wien: 22,0 %) deutlich darunter lag. Die Geschlechterverteilung lag im Bezirksgebiet 2001 bei 48,6 % Männern und 51,4 % Frauen, die Anzahl der verheirateten Bevölkerung war mit einem Anteil von 41,0 % gegenüber 41,2 % leicht unter dem Durchschnitt Wiens.[5] [6] [Bearbeiten] Herkunft und SpracheDer Anteil der ausländischen Bezirkseinwohner lag 2005 bei 26,2 % (Wien: 18,7 %). Dies war der dritthöchste Wert eines Wiener Gemeindebezirks. Wie im gesamten Bundesland weist der Ausländeranteil ein Wachstum auf, 2001 lag der Anteil noch bei 24,1 %. Den höchsten Anteil der Ausländer stellten 2005 mit rund 7,0 % Anteil an der Bezirksbevölkerung Staatsbürger aus Serbien und Montenegro. Weitere 5,4 % waren türkische, je 1,6 % polnische bzw. bosnische und 1,4 % kroatische Staatsbürger. Insgesamt waren 2001 31,0 % der Bezirksbevölkerung nicht in Österreich geboren worden. 9,4 % sprachen als Umgangssprache Serbisch, 9,3 % Türkisch und 3,3 % Kroatisch.[5] [7] [Bearbeiten] ReligionsbekenntnisAuf Grund des hohen Ausländeranteils weist die Brigittenau mit 42,4 % einen der niedrigsten Bevölkerungsanteile an Menschen mit römisch-katholischem Glauben auf (Wien: 49,2 %). Der Anteil der Menschen mit islamischem Glauben erreichte mit 14,1 % den zweithöchsten Wert in Wien. Auch der Anteil der orthodoxen Gläubigen war mit 8,4 % stark über dem Durchschnitt. Der Anteil der evangelischen Bewohner lag mit 3,1 % unter dem Durchschnitt. 24,7 % der Bezirksbevölkerung gehörten 2001 keiner Religionsgemeinschaft an, weitere 7,4 % hatten kein oder ein anderes Religionsbekenntnis angegeben.[5] [Bearbeiten] Politik
Im Bezirk Brigittenau war die SPÖ seit jeher die stimmenstärkste Partei und verfügte über lange Zeit über eine absolute Stimmenmehrheit. Im Jahr 1996 wurde die absolute Stimmenmehrheit der SPÖ durch massive Verluste an die FPÖ gebrochen. Mit 31,1 % erreichte die FPÖ in der Brigittenau das drittbeste Ergebnis in Wien. Bereits im Jahr 2001 konnte die SPÖ die absolute Stimmenmehrheit jedoch zurückerobern, da die FPÖ im Zuge ihres allgemeinen Abschwungs den Großteil ihrer Stimmengewinne wieder verlor. Dieser Abschwung setzte sich auch 2005 fort, als die FPÖ nur noch 16,6 % der Stimmen erreichte und damit nur noch die Hälfte der Stimmen von 1996 erringen konnte. Die SPÖ konnte hingegen ihre absolute Mehrheit ausbauen und kam auf 56,3 %. Der Einfluss der ÖVP spielte in der Brigittenau traditionell keine Rolle und konnte 2005 von niedrigem Niveau leicht auf 11,5 % zulegen. Die ÖVP wurde 2005 von den Grünen überholt, die 12,2 % der Stimmen erreichten.
[Bearbeiten] WappenDas Wappen der Brigittenau besteht aus zwei Teilen. Der obere Wappenteil stellt das Wappen der früheren, selbständigen Gemeinde Brigittenau dar, wobei der aufrechte, silberne Anker auf blauem Grund die Schifffahrt auf der Donau und dem Donaukanal symbolisiert. Darunter ist das Symbol für die frühere Gemeinde Zwischenbrücken abgebildet. Es zeigt eine rote Zunge auf silbernem Hintergrund, umgeben von einem goldenen Heiligenschein, der mit fünf fünfstrahligen goldenen Sternen besetzt ist. Das Wappen symbolisiert dabei den Heiligen Johannes Nepomuk, den Patron der Brücken und steht für das ursprünglich zwischen der Donau und dem Kaiserwasser gelegene Gebiet. [Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten] Kultur[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] MuseumDer Bezirk verfügt lediglich über ein Museum. Das Bezirksmuseum Brigittenau widmet sich der Bezirksgeschichte, die anhand von Plänen, Bildern, Ansichten und Modellen dargestellt wird. Hinzu kommt die Geschichte der Donau sowie Sonderausstellungen. Schwerpunkte des Museums sind zudem unter anderem die Gewerbe- und Industriegeschichte, das Verkehrswesen, Alltags- und Gesellschaftsleben, und der Mathematiker Carl Friedrich Gauß. [Bearbeiten] Sport
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten] Wichtige Plätze[Bearbeiten] Wichtige Gebäude
Der Millennium Tower
[Bearbeiten] Brückenüber die Donau: über den Donaukanal:
[Bearbeiten] Schulen[Bearbeiten] Einzelnachweise
[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Siehe auch[Bearbeiten] Weblinks
Commons: Brigittenau – Bilder, Videos und Audiodateien
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