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Altenglische Sprache
Die angelsächsische bzw. altenglische Sprache (angelsächs. Eigenbezeichnung: Englisc) ist eine Vorstufe der englischen Sprache, die entstand, als die Angeln, Sachsen und Jüten sich ab ca. 450 in England ansiedelten, und die bis Mitte des 12. Jahrhunderts geschrieben und gesprochen wurde. Für Sprecher des modernen Englisch ist diese Sprache ohne gezieltes Erlernen nicht mehr verständlich. Sie ist eine eng mit dem Friesischen verwandte westgermanische Sprache und gehört der Gruppe der germanischen Sprachen an, einem Hauptzweig der indogermanischen Sprachfamilie.
[Bearbeiten] AllgemeinDie angelsächsische Sprache spaltete sich ab dem 5. Jahrhundert vom kontinentalen Westgermanisch ab, als die Angeln, Sachsen und Jüten sich in England ansiedelten.(Schlacht von Mons Badonicus). Vom 8. Jahrhundert an ist sie schriftlich belegt und erreicht um 1000 ein hohes Maß an Standardisierung (Spätwestsächsisch der "Schule von Winchester"). Aus den vorher auf der Insel gesprochenen keltischen Sprachen übernahm das Angelsächsische nur sehr wenige Lehnwörter. Allerdings wird teilweise die Meinung vertreten, dass diese Sprachen einen gewissen Einfluss auf die Syntax des späten Angelsächsischen gehabt hätten.[1] Durch die dänische und norwegische Einwanderung ab dem 8. Jahrhundert hat die englische Sprache gegenüber der altsächsischen Sprache auch zahlreiche skandinavische Elemente integriert, die allerdings erst in den mittelenglischen Texten in größerer Zahl auftauchen, darunter neben einigen hundert anderen Wörtern so zentrale Begriffe wie sky, leg und das moderne Pronomen they. Stärker noch als in der niedersächsischen Sprache wurden auch Elemente der lateinischen Sprache aufgenommen, insbesondere im Bereich des religiösen Wortschatzes. Mit der Eroberung Englands durch die französischen Normannen 1066 wurde die Sprache durch den französischen Einfluss aus der Normandie so sehr verändert, dass man sie ab diesem Zeitpunkt als mittelenglische Sprache bezeichnet. Zur Zeit des Altenglischen bildete das Englische ein Dialektkontinuum mit den westgermanischen Sprachen auf dem Festland. Die Dialektsprecher auf dem Festland und der Insel konnten sich miteinander verständigen, aber seitdem haben sich die Sprachen auf beiden Seiten des Ärmelkanals, gefördert auch durch die geographische Trennung und den normannischen Einfluss, so weit auseinander entwickelt, dass heute kein Dialektkontinuum mehr existiert. Die vier Hauptdialekte der angelsächsischen Sprache waren: Nordhumbrisch, Merzisch (Südhumbrisch), Kentisch und Westsächsisch. Jeder dieser Dialekte lässt sich ursprünglich jeweils einem unabhängigen Königreich auf der Insel zuordnen. Im 9. Jahrhundert wurden jedoch Northumbria und der größte Teil von Mercia von den Wikingern überrannt, und die anderen Teile von Mercia und ganz Kent wurden in das Königreich Wessex integriert. Nach der Vereinigung mehrerer Angelsächsischer Königtümer durch Alfred den Großen im Jahre 878 nahm die Bedeutung der regionalen Dialekte stark ab, da man den Dialekt von Wessex zur Verwaltungssprache erhob, um die Verwaltung des Landes zu vereinfachen. Aus diesem Grund ist die Überlieferung größtenteils westsächsisch geprägt. [Bearbeiten] Altenglische Literatur
Erste Seite der Beowulf-Handschrift
Hauptartikel: Altenglische Literatur Das Beowulf-Epos, niedergeschrieben um 1000, aber vermutlich älter, ein germanisches Heldenepos in stabreimenden Langzeilen, ist eines der bekanntesten Stücke angelsächsischer Dichtung. Ferner wurden die christlich-religiösen Gedichte des Cynewulf in altenglischer Sprache geschrieben. Die Caedmon-Handschrift mit religiösen Dichtungen zu alttestamentlichen Themen, das Exeter-Buch (siehe auch: Exeter) mit Dichtungen zu religiösen und weltlichen Themen, der Codex Vercellensis mit Predigten und kleinere Dichtungen, sowie in der Prosa diverse Rechtstexte seit dem 7. Jahrhundert und Urkunden, die seit dem 8. Jahrhundert in altenglischer Sprache verfasst wurden, sind weitere Quellen, aus denen das Angelsächsische als Literatursprache bekannt ist. [Bearbeiten] Phonetik und PhonologieHauptartikel: Altenglische Phonetik [Bearbeiten] Vokale
Die Vokale /ø(ː)/ treten in einigen altenglischen Dialekten auf, nicht jedoch im am besten dokumentierten spätwestsächsischen Dialekt.
[Bearbeiten] KonsonantenDie eingeklammerten Laute sind Allophone:
[Bearbeiten] OrthographieAltenglisch wurde ursprünglich mit Runen geschrieben (Futhark), übernahm nach der Bekehrung zum Christentum jedoch das lateinische Alphabet, dem man einige Zeichen hinzufügte. Der Buchstabe Yogh bspw. wurde aus dem Irischen übernommen; der Buchstabe Eth war eine Abwandlung des lateinischen d, und die Runen-Zeichen Thorn und Wynn stammen aus dem Futhork. Alle Lautbeschreibungen in der folgenden Aufstellung verwenden IPA-Zeichen. [Bearbeiten] Das Alphabet
Doppelkonsonanten werden gelängt ausgesprochen; die gelängten Frikative ðð/þþ, ff und ss sind immer stimmlos. [Bearbeiten] Grammatik
Wie auch andere Westgermanische Sprachen dieser Zeit war Altenglisch eine flektierende Sprache mit fünf Kasus (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ und Instrumental, der allerdings meist mit dem Dativ zusammengefallen ist), einem in den Personalpronomen der 1. und 2. Person noch erhaltenem Dual zusätzlich zu Singular und Plural und einem grammatischen Geschlecht bei allen Nomen, bspw. sēo sunne (die Sonne) und se mōna (der Mond) (die Geschlechter entsprechen den deutschen). [Bearbeiten] TextprobeDas Vater Unser auf Altenglisch (westsächsisch):
[Bearbeiten] Literatur[Bearbeiten] Einführungen
[Bearbeiten] Grammatiken
[Bearbeiten] Wörterbücher
[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Fußnoten
[Bearbeiten] Siehe auch[Bearbeiten] Weblinks |
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